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Luftschicht

Beim zweischaligen Kalksandstein-Sichtmauerwerk hat die Luftschicht folgende Funktion: Sie bedeutet primär eine Sicherung gegen allfällig eindringendes Schlagregenwasser. Damit wird ein Benetzen der Wärmedämmung verhindert und ein sicheres Abfliessen der Feuchtigkeit gewährleistet.
Durch die Entwässerungsöffnungen am Wandfuss und den luftundichten An- und Abschlüssen der Schale im Kronenbereich, bei Fenstern usw., ergibt sich ausserdem eine Kommunikation zwischen Aussenluft und Luftschicht. Von innen herkommende Feuchtigkeit kann in den Luftraum verdunsten.
Bei verputzter Aussenschale wird auf diese Luftschicht verzichtet, weil ein guter Verputz die Schlagregendichtigkeit gewährleisten kann. Es muss hier lediglich ein Toleranzraum eingeplant werden.

Üblich ausgeführtes Zweischalenmauerwerk mit den in der Tabelle aufgeführten Luftschichten kann nicht als hinterlüftetes Fassadensystem bezeichnet werden, da im Hohlraum keine eigentliche Luftzirkulation stattfindet.

Die Luftschicht kann bei der wärmetechnischen Bemessung nach sia-Norm (Wärmeschutz im Hochbau) mitgerechnet werden.

Dicke der
Luftschicht
Wärmedurchlass-
widerstand I/∧ (RL)
1–2 cm 0.14 m2 K/W
über 2 cm 0.17 m2 K/W
 
Schlagregenbeanspruchung Abmessung Luftschicht  
  Verputztes Mauerwerk
(Toleranzraum) in cm
Sicht-Mauerwerk
(Sicherheitsraum) in cm
gering 1 2-3
mittel 1-2 3
hoch 2 4