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Dehnungsfugen

Damit in den Bauteilen keine unzulässigen Spannungen auftreten, sind Dehnungsfugen vielfach unerlässlich.
Grundprinzip: Bewegungsfugen sind dort anzuordnen, wo das Mauerwerk reissen würde, wenn keine Fugen vorhanden wären.

Zu beachten sind:

  • Wärmedehnung infolge Temperaturdifferenzen
  • Mauerwerköffnungen
  • Ruck- und vorspringende Bauteile (z. B. Balkone, Sparren, Pfetten)
  • dünnwandige, unterschiedlich besonnte Mauerteile
  • unterschiedliche Materialien und Konstruktionen. Skelettbau: Beton-Kalksandstein, Stahl-Kalksandstein
  • Decken und Flachdächer

Formänderungen an Mauerwerken treten auf infolge:

  • Temperaturänderungen
    Wärmedehnung von Kalksandstein-Mauerwerk Δt = 0.008 mm/mK (man kann auch den Mittelwert nach Norm sia 266, Art. 3.1.4.2, Tabelle 3 verwenden)

Beispiel:
Temperaturdifferenz Δt = ± 30°K
Wandlänge 10 m’
Längenänderung Δl = 0.008×30×10 = ± 2.4 mm

  • Kriechen unter Dauerlast
    (siehe Norm sia 266, Art. 3.1.4.2, Tabelle 3)
  • Schwinden
    (siehe Norm sia 266, Art. 3.1.4.2, Tabelle 3)

Vertikale Bewegungsfugen in der Aussenschale sind vor allem an den Gebäudeecken wichtig. Durch unterschiedlich besonnte Fassaden und Fassadenteile entstehen verschieden grosse Temperaturdeformationen. Dies erfordert die Ausbildung einer durchgehenden vertikalen Dehnungsfuge in der Aussenschale.

Die einzelnen Gebäudeteile sollen folgendermassen arbeiten können:

  • Ostwand vor Nordwand
  • Südwand vor Ostwand
  • Westwand vor Süd- und Nordwand
  • Fugen an allen Gebäudeecken
  • Belastete Wandpartien sind durch Fugen von unbelasteten Partien zu trennen.
  • Fugen bei Wandabschnitten von mehr als 10-12 m

Anordnung von Dehnungsfugen an Gebäudeecken                                                                                                 

Offene Dehnfuge                    Geschlossene Dehnfuge