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Erstellen von Sichtmauerwerk:

Kalksandstein-Bestellung
Für Sichtmauerwerke werden Kalksandsteine aus der Normalproduktion verwendet. Für geschlossene Wandpartien sind Steine aus dem gleichen Produktionsort zu verwenden. Übliche Farbdifferenzen, Verfärbungen oder Ausblühungen - wie sie bei jedem bindemittelgebundenen Produkt vorkommen können - bilden keinen Grund für Beanstandungen. Durch Schlagregen beanspruchtes Sichtmauerwerk muss vollfugig vermauert werden. Bei der Festlegung der Bestellmenge ist ein Bruchanteil zu berücksichtigen (ca. 5 % bei einseitigem, ca. 10 % bei doppelseitigem Sichtmauerwerk). Der Stein- und Mörtelbedarf ist in den Preis- und Sortimentslisten der Verkaufsorganisationen aufgeführt.

Kalksandstein-Lagerung auf der Baustelle
Die Kalksandsteine werden auf Paletten geliefert. Es ist auf guten Schutz vor Regen, Schnee und Schmutz zu achten. Als Schutzhüllen haben sich Abdeckplanen bewährt, die zweckmässig zu beschweren sind. Durchnässte Steine dürfen nicht vermauert werden!

Mörtel
Für Sichtmauerwerkmörtel soll ein Sand mit einer maximalen Rundkorngrösse von 3 mm verwendet werden, ein grösserer maximaler Korndurchmesser erschwert das saubere Glattstreichen der Fugen.

Das Aufmauern eines Sichtmauerwerkes mit schlagregendichten Fugen in einem Arbeitsgang stellt besondere Ansprüche an den Fugenmörtel. Plastizität und Wasserrückhaltevermögen des Mörtels sind für den vollfugigen, kraftschlüssigen Verbund wichtig. Ferner erlaubt die länger anhaltende Plastizität während des Aufmauerns ein sattes Ausbügeln der Fugen. Damit wird das Eindringen von Wasser auch zwischen Stein und Mörtel verhindert.

Zudem ist die Biegezugfestigkeit einzuhalten, um eine Rissbildung zwischen Mörtel und Steinen und somit ein Wassereindringen zu verhindern.

Der Rundkornanteil (0 - 3 mm) im Mörtel bewirkt:

  • gute Plastizität
  • gute Dichtigkeit (glatte, dichte Fugen)
  • Wasserrückhaltevermögen
  • gute Verarbeitbarkeit

Für tragende Mauerwerkkörper muss eine Mörtelqualität entsprechend den auftretenden Belastungen nach Angabe des Ingenieurs gewählt werden.

  • Die Mörtelhersteller bieten handelsübliche Sichtmauerwerk-Mörtel für Kalksandstein an.
  • Bei bewittertem Sichtmauerwerk ist die Verwendung von Mehrtagesmörtel mit dem Mörtel-Lieferwerk und mit dem Steinproduzenten zu besprechen.
  • Bei Verwendung von chemischen Zusatzmitteln zum Mörtel ist besonders Vorsicht geboten.
  • Frostschutzmittel dürfen dem Mauermörtel nicht zugesetzt werden.

Vermauern des Kalksandsteins
Es hat sich bewährt, vor Beginn des Vermauerns die Steine der ersten und zweiten Schicht trocken aus-zulegen, um eine genaue Einteilung zu erzielen. Dieses Vorgehen ermöglicht einen Ausgleich allfälliger Massabweichungen der Kalksandsteine und die Festlegung der Stossfugenstärke. Für die Vertikalteilung soll eine Höhenlatte verwendet werden.

Abheben und Neusetzen der Steine ohne frischen Mörtelauftrag ist unbedingt zu unterlassen.

Fugenverdichtung
Nachdem der ausgepresste Mörtel entlang der Fugen mit der Kelle sauber abgezogen worden ist, sind die Fugen an bewitterten Fassadenteilen sofort mit dem Fugeneisen zu bügeln, so dass die Fugenoberfläche verdichtet und ein steinbündiger Anschluss des Mörtels gewährleistet ist. Es sind zuerst die Lagerfugen, dann die Stossfugen auszubügeln. Auch längere Zeit einwirkender Schlagregen darf nur in nicht schädigenden Mengen in das Mauerwerk eindringen. Die Vermörtelung der Stossfugen und die Einhaltung der Biegezugfestigkeit ist für die Dichtigkeit des Mauerwerks sehr wichtig.

Klimatische Einflüsse

Bei hohen Aussentemperaturen und austrocknenden Winden ist darauf zu achten, dass der Fugenmörtel nicht zu viel Wasser verliert. Frisches Mauerwerk soll vor direkter Sonneneinstrahlung geschützt werden.

  • Das Erstellen von Sichtmauerwerk bei Temperaturen unter + 5°C ist zu unterlassen.
  • Beim Auslegen soll der Mortel eine Temperatur von mindestens + 10°C haben.
  • Die Steine müssen trocken sein.
  • Die Mauern sollen sofort und beidseitig auf die ganze Höhe des frisch-gemauerten Teils abgedeckt werden.

Schutz vor Nässe und Schmutz

  • Während dem Bau: Das Sichtmauerwerk muss während der Verarbeitung vor Durchnässung und Verschmutzung geschützt werden. Vor jedem Arbeitsunterbruch sind die Mauern mit Plastikfolien zweckmässig abzudecken. Vor dem Betonieren von Stürzen und Decken soll das Mauerwerk mit Plastikfolien abgeschirmt werden, um Zementmilchverschmutzungen zu verhindern. Das innere Gerüstbrett ist zur Verhinderung von Spritzverschmutzungen gegen das äussere umzulegen. Die Gerüstbretter sind laufend zu reinigen.

Zwischenwände sollen vor dem Betonieren der Decke mit Plastikfolien gut abgedeckt werden. Ein direkter Kontakt von Betonwasser und Mauerwerk ist zu vermeiden.

Nach Fertigstellung des Sichtmauerwerkes
Leider wird immer wieder beobachtet, dass ein einwandfrei ausgeführtes Sichtmauerwerk durch nachfolgende Bauarbeiten verunreinigt wird. Mit Plastikfolien ist es möglich, einen einwandfreien Schutz zu erzielen. Der Hohlraum zwischen Mauerwerk und Folie bleibt belüftet, damit auf-tretendes Kondenswasser verdunsten kann. Provisorische Wasserspeier sollen so angebracht werden, dass die Fassaden nicht durchnässt werden können. Vor Entfernen des Gerüstes ist das Mauerwerk auf Klüfte und Vermauerungsfehler genau zu prüfen.

Reinigen und Reparieren von Kalksandstein-Sichtmauerwerk

  • Leichte Verunreinigung (Mörtelspritzer) mit Spachtel abstossen und trocken entfernen mit Reisigbürste, feinem Sandpapier oder Kalksandstein.
  • Bei älteren Flecken: Reinigung mit klarem Wasser und Reisigbürste oder Schwamm. Keine Stahlbürste verwenden wegen rostenden Rückstanden! Kalksandstein-Mauerwerk nicht mit unverdünnten Sauren reinigen. Die Verwendung chemischer Steinreiniger (z. B. bei Teerverschmutzungen) soll mit Firmen entsprechender Erfahrung abgeklärt werden. Vorversuche sind ratsam.
  • Bei starken Ausblühungen ist Dampfreinigung am geeignetsten. Unbedingt zuerst Versuche ausführen!
  • Das Reparieren von kleinen Schäden an Kalksandsteinen ist möglich. Reparatursets können bei unseren Vertriebspartner bezogen werden.

Wichtig
Feuchte Mauerwerke blühen aus! Stark oder dauernd durchnässte und demzufolge verfärbte Mauerwerke können meistens nicht mehr befriedigend gereinigt werden.

Imprägnierungen
Das Imprägnieren von Kalk-sandstein-Sichtmauerwerk ist nicht zu empfehlen. Eine mangelhafte Fugenausbildung kann damit nicht verbessert werden.